Gießen (epd). Gegen die Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation haben am Samstagmittag in Gießen nach Polizeiangaben 25.000 bis 30.000 Menschen demonstriert. Die meisten äußerten friedlich ihren Protest. Aber es habe ein massives Gewaltpotenzial gegeben mit Blockaden, Stein- und Flaschenwürfen, sagte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) am frühen Nachmittag vor Ort. „Ich verurteile diese Gewalt massiv.“ Die Polizei habe auch Wasserwerfer eingesetzt.
Er habe Verständnis dafür, friedlich zu demonstrieren, aber „überhaupt kein Verständnis für die, die das mit Gewalt tun“, sagte Poseck. Laut Polizeipräsident Torsten Krückemeier sind etwa 4.000 bis 5.000 Polizisten im Einsatz. Es gebe eine niedrige zweistellige Zahl leichtverletzter Beamten und Beamtinnen. Über verletzte Demonstranten habe er keine Kenntnis. Die Straßenblockaden haben die Anfahrt der Teilnehmer zu der AfD-Veranstaltung verzögert. Die letzten Teilnehmenden sind nach Polizeiangaben erst gegen 12.30 Uhr in den Hessenhallen eingetroffen.
„Fest der Demokratie“ hat am Nachmittag begonnen
Organisationen wie der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen, der Paritätische Hessen, der Frauenrat, der Landesausländerbeirat und die Naturfreunde hatten zum Protest gegen die Neugründung einer AfD-Jugendorganisation aufgerufen. Eine Sprecherin des Bündnisses Widersetzen hatte Sitzblockaden und andere Mittel des zivilen Ungehorsams angekündigt.
In der Innenstadt hat am Nachmittag ein „Fest der Demokratie“ in friedlicher Atmosphäre begonnen. Ausrichter des Festes sind die evangelische Kirche und Organisationen wie die Lebenshilfe, Jugendwerkstatt, Arbeitsloseninitiativen und Ausländerbeiräte. Drei evangelische Kirchen in der Innenstadt sind als Rückzugsorte geöffnet.
Die frühere AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative für Deutschland“ war im April 2023 vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft worden.




