Rom (epd). Der Vatikan hat die Zunahme nicht-monogamer Partnerschaften scharf kritisiert. Die „Polyamorie“ nähme in westlichen Ländern zu. Das schreibt Kardinalpräfekt Víctor Manuel Fernández, Leiter der obersten Glaubensbehörde des Vatikans, in der Einleitung zu einem Schreiben zum Wert der Ehe und der Monogamie, das der Vatikan am Dienstag veröffentlichte.
Das 40-seitige Dokument, eine sogenannte „Lehrmäßige Note“, trägt den Titel „Una caro (ein Fleisch) - Ein Loblied auf die Monogamie“ und wurde von Papst Leo XIV. gebilligt. Darin wird die Ehe als eine Verbindung zweier Menschen, einem Mann und einer Frau, bezeichnet, „die genau die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben“.
Hinweis auf „Orange Day“
Ausdrücklich verurteilt der Text die „vielen Formen ungesunden Verlangens, die in verschiedene Ausprägungen von offener oder subtiler Gewalt, Unterdrückung, psychologischem Druck, Kontrolle und schließlich Ersticken münden“. Dabei handele es sich um „mangelnden Respekt und Ehrfurcht vor der Würde des anderen“, stellt die Glaubensbehörde in ihrem Text fest.
Fernández wies bei der Vorstellung von „Una Caro“ auch auf den Orange Day hin, der ebenfalls am Dienstag begangen wurde. Am 25. November wird in vielen Ländern mit zahlreichen Aktionen und Demonstrationen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht.
Diskussion mit afrikanischen Bischöfen zum Thema Polygamie
Fernández verwies bei der Vorstellung des Dokuments auf Diskussionen mit afrikanischen Bischöfen zum Thema Polygamie. „Eingehende Studien über afrikanische Kulturen“ widerlegten die „weitverbreitete Ansicht“, dass die monogame Ehe ein Ausnahmefall sei, heißt es in einer Fußnote des Dokuments.
Untersuchungen zeigten vielmehr, dass Polygamie aufgrund der Erfordernisse des Lebens in Teilen Afrikas, wie fehlende Nachkommen und die Notwendigkeit von Arbeitskräften zum Überleben, toleriert werde. Monogamie sei keine Einschränkung, heißt es in dem Haupttext, sondern vielmehr „die Chance zu einer Liebe, die sich zur Ewigkeit hin öffnet“.


