Belém (epd). Zum Abschluss der 30. Weltklimakonferenz haben sich die Delegierten auf einen Minimalkompromiss verständigt. Ein viel diskutierter Fahrplan zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas fand sich nicht in der Abschlusserklärung, die die Vertreter aus mehr als 190 Staaten am Samstag in Belém verabschiedeten. Stattdessen einigten sie sich unter anderem auf eine freiwillige Initiative, die die Länder dabei unterstützen soll, ihre nationalen Klimaziele und die Beschlüsse früherer Konferenzen beschleunigt umzusetzen.
Wegen heftiger Kritik aus Kolumbien wurde das Abschlussplenum zwischenzeitlich unterbrochen. Die kolumbianische Delegierte Daniela Durán drohte, einem weiteren Beschluss zum Klimaschutz zu widersprechen, sollte dieser keinen Verweis auf den Ausstieg aus fossilen Energien enthalten.
Länder hatten mit Blockade gedroht
Nach Beratungen über rund eine Stunde rief der brasilianische Konferenzpräsident André Corrêa do Lago das Plenum wieder zusammen und erklärte, die zuvor getroffenen Entscheidungen seien gültig. Über das weitere Vorgehen hatte zwischenzeitlich Unklarheit geherrscht.
Kolumbien gehörte zu den Ländern, die sich während der Konferenz für einen verbindlichen Ausstiegsplan starkgemacht hatten. In einem Brief an die brasilianische Konferenzleitung hatten rund 30 Staaten - darunter Kolumbien und Deutschland - am Freitag mit einer Blockade der Abschlusserklärung gedroht, sollte der Fahrplan nicht aufgenommen werden.
Widerstand aus Saudi-Arabien
Ein Hinweis auf „fossile Energien“ findet sich nicht in dem Abschlussdokument. Allerdings kündigte COP-Präsident André Corrêa do Lago nach der Annahme im Plenum eine eigene Initiative zur Erarbeitung eines Fahrplans an.
Bei den Klimakonferenzen werden die Entscheidungen nach dem Konsensprinzip getroffen. Damit reicht das Veto eines Landes, um einen Beschluss zu verhindern. Vor allem das Öl-Exportland Saudi-Arabien, aber auch Russland wehrt sich gegen ambitionierte Beschlüsse.
Die Konferenz in der brasilianischen Amazonas-Metropole Belém sollte eigentlich am Freitag enden. Weil viele Streitfragen bis dahin ungeklärt blieben, ging der Gipfel jedoch in die Verlängerung.


