Regensburg, Crotone (epd). Die Crew der „Sea-Eye 5“ hat im Mittelmeer 57 Menschen aus akuter Seenot gerettet. Die geflüchteten Menschen seien bereits mehrere Tage auf einem Holzboot auf offener See unterwegs gewesen, teilte die Hilfsorganisation Sea-Eye am Dienstag in Regensburg mit.
Die medizinische Versorgung nach der nächtlichen Rettung am vergangenen Samstag sei kritisch gewesen. Dennoch hätten die italienischen Behörden der „Sea-Eye 5“ einen weit entfernten Hafen im italienischen Crotone zugewiesen, sodass die Menschen weitere 50 Stunden an Bord ausharren mussten.
Bereits mehr als 1.500 Ertrunkene in diesem Jahr
Sea-Eye kritisierte erneut die Praxis europäischer Behörden, zivilen Rettungsschiffen weit entfernte Häfen zuzuweisen. Diese Verzögerungen gefährdeten das Leben der Geretteten und stellten eine zusätzliche Belastung für die Crew und das medizinische Personal dar, hieß es.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits 1.502 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen.