Köln (epd). Der Inspekteur der Deutschen Marine, Jan Christian Kaack, hat das geplante neue Wehrdienstmodell als wichtigen Schritt zur Stärkung der Bundeswehr bezeichnet. Er sei überzeugt, dass die freiwillige Wehrdienstlösung der Marine massiv helfen werde, ihre Nachwuchsprobleme in den Griff zu bekommen, sagte Kaack im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks: „Der neue Wehrdienst wird der Game Changer.“
Zugleich gab er zu bedenken, dass sich die Zeit seit Aussetzen der Wehrpflicht im Jahr 2011 nicht ungeschehen machen lasse. Entsprechend werde die Bundeswehr Zeit brauchen, die damals aufgegebenen Fähigkeiten wiederherzustellen. Ziel sei es, eine große Anzahl junger Menschen dafür zu begeistern, sich länger zu verpflichten. „Und das braucht seine Zeit. Da müssen wir auch wieder lernen, wie diese Dinge gehen.“
Mit dem neuen Wehrdienstmodell will die Bundesregierung mehr Soldatinnen und Soldaten für die Bundeswehr gewinnen. Ein am Mittwoch auf den Weg gebrachter Gesetzentwurf sieht vor, dass volljährige junge Menschen künftig einen Fragebogen zu ihrer Dienstbereitschaft in der Bundeswehr erhalten.
Junge Männer müssen den Fragebogen laut dem Gesetzesentwurf verpflichtend beantworten, für Frauen ist es freiwillig. Wer sich bereit erklärt, kann dann rekrutiert werden. Diese Abfrage soll mit dem Jahrgang 2008 beginnen, das bedeutet, schon ab dem kommenden Jahr sollen die Fragebögen verschickt werden. Eine Rückkehr zur Wehrpflicht ist zunächst nicht vorgesehen.