Studie: Konsumenten beziehen Cannabis meist aus eigenem Anbau

Studie: Konsumenten beziehen Cannabis meist aus eigenem Anbau

Frankfurt a.M. (epd). Cannabis-Konsumenten beziehen ihren Stoff laut einer Erhebung des Instituts für Suchtforschung in Frankfurt am Main inzwischen mehr aus eigenem Anbau oder über Apotheken als über den illegalen Markt. Das Institut der Frankfurt University of Applied Sciences habe die Fragebögen von fast 11.500 Konsumenten ausgewertet, teilte die Hochschule am Freitag mit. An der nicht repräsentativen Stichprobe hätten sich regelmäßig oder häufig Konsumierende fast ausschließlich deutscher Staatsbürgerschaft beteiligt. „Die Befragung zeigt, dass das Konsumcannabisgesetz von 2024 bereits jetzt ein Erfolg im Hinblick auf die Schwächung des illegalen Marktes ist“, sagte der Institutsdirektor Bernd Werse.

88 Prozent der befragten Erwachsenen bezogen den Angaben zufolge in den vergangenen sechs Monaten ihr Cannabis hauptsächlich aus einer legalen Quelle. Eigenanbau oder den Bezug aus einer (Online-)Apotheke benannten fast 80 Prozent als aktuelle hauptsächliche Bezugsquelle.

Obwohl es nach dem Gesetz nun in weiten Bereichen des öffentlichen Raums erlaubt ist, Cannabis zu konsumieren, nutzen viele diese Möglichkeit nicht. Fast alle Befragten hätten angegeben, im privaten Wohnbereich oder Garten zu konsumieren. Knapp die Hälfte der Befragten gebe auch den öffentlichen Raum als Konsumort an, hieß es. Die wenigen befragten Jugendlichen hätten dagegen deutlich häufiger auch den öffentlichen Raum als Konsumort genannt.

Nach der Art des Konsums gefragt, war der Joint mit Tabak am beliebtesten, knapp gefolgt von Verdampfern (Vaporizern). Jeder fünfte Befragte gab an, auch synthetische Cannabisprodukte zu konsumieren. Eine erste von der Bundesregierung angestoßene Teilevaluation des Konsumcannabisgesetzes soll nach Angaben der Forscher im Herbst erscheinen.