Mexiko-Stadt (epd). Die Aktivistin und Mutter einer Verschwundenen ist am Donnerstag (Ortszeit) im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí tot aufgefunden worden. Die offenkundig ermordete Aída Karina Juárez Jacobo war Mitglied des Angehörigen-Kollektivs „Mit Liebe auf deinen Spuren“ im benachbarten Bundesstaat Zacatecas, berichtete die Nachrichtenplattform „Animal Político“. Juárez suchte ihre Tochter Goretti Guadalupe, die am 25. Juni spurlos verschwand. Der Innenminister von Zacatecas, Rodrigo Reyes Mugüerza, informierte, der mutmaßliche Täter sei verhaftet und der Generalstaatsanwaltschaft übergeben worden.
Das Kollektiv, dem die Ermordete angehörte, forderte von der Regierung Gerechtigkeit für Jacobo sowie Sicherheit für alle Angehörigen, „die sich mit Leib und Seele für die Suche ihrer Lieben einsetzen“. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen schlossen sich dieser Botschaft an. Das Centro ProDH erinnerte daran, dass in Mexiko seit 2010 mindestens 30 Angehörige von Verschwundenen ermordet wurden, davon acht alleine in diesem Jahr.
Der jüngste Mord an einer suchenden Mutter geschieht kurz vor dem Internationalen Tag der Opfer des Verschwindenlassens, auch bekannt als Tag der Verschwundenen. Dieser wird jedes Jahr am 30. August begangen. Zahlreiche Kollektive der Angehörigen von Verschwundenen werden am kommenden Samstag in ganz Mexiko auf diese Menschenrechtskrise aufmerksam machen. Gemäß offiziellen Zahlen des mexikanischen Innenministeriums werden mehr als 130.000 Personen vermisst.