München (epd). Die Generalstaatsanwaltschaft München hat Anklage gegen eine 37-jährige deutsche Syrien-Rückkehrerin wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) erhoben. Zudem werde ihr vorgeworfen, ihre Fürsorgepflicht gegenüber ihren vier minderjährigen Kindern verletzt zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft, Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus, am Donnerstag in München mit.
Die Angeschuldigte soll sich nach der Ausreise mit ihren Kindern im Oktober 2014 dem IS angeschlossen und ihre Kinder in das Bürgerkriegsgebiet gebracht und damit gefährdet haben. Nachdem ihr erster Ehemann bei einem Selbstmordattentat für den IS im Sommer 2015 ums Leben gekommen sei, habe sie wiederum einen IS-Kämpfer geheiratet und mit ihm ein weiteres Kind bekommen, hieß es.
Im Oktober 2024 erwirkte die Generalstaatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht München einen Untersuchungshaftbefehl. Die Frau und ihre vier minderjährigen Kinder wurden demnach am 30. April dieses Jahres aus Nordsyrien nach Deutschland zurückgeführt. Nach ihrer Ankunft wurde sie festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht München werde nunmehr über den Antrag auf Eröffnung des Hauptverfahrens und Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden, hieß es.