"Kirchen im Dorf lassen" beklagt Zerstörung der "Eibenkapelle"

"Kirchen im Dorf lassen" beklagt Zerstörung der "Eibenkapelle"

Die christliche Bewegung "Kirchen im Dorf lassen" hat die Räumung und Zerstörung der "Eibenkapelle" in Lützerath scharf kritisiert. Die "Eibenkapelle" als "Ort einer befreienden und ökologischen Spiritualität" sei den Planungen eines börsennotierten Konzerns zum Opfer gefallen, sagte Pressesprecher Anselm Meyer-Antz am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Kreuz sei von Polizisten entfernt worden. Ein Beamter habe das Kreuz allerdings "achtungsvoll" weggetragen.

Bis Mittwoch war die freiliegende kleine Umfriedung mit vier Treppenstufen an der Ecke zu einem Hof Treffpunkt für Christen und Menschen, die sich der christlichen Klimabewegung verbunden fühlten. Der Ort mit Kreuzen, Kerzen und Blumen am historischen Standort eines einstigen Kreuzes aus dem 19. Jahrhundert war als "Freiluftkapelle" auch Gottesdienstort.

Unzählige Menschen hätten in diesem "von der Natur geschaffenen Heiligtum Trost gefunden, in sich hinein gehorcht und Kraft für den Kampf für eine Welt im Einklang mit Gottes Plänen getankt", sagte Meyer-Antz. Bis zuletzt sei der Ort von Menschen aus der Gottesdienstgemeinde bewacht worden, um den Zugriff durch ihre Anwesenheit zu verhindern. Die Bewacher seien von der Polizei mit Gewalt entfernt worden.

Die Initiative erklärte, auch in den kommenden Tagen den "Widerstand gegen eine für die Erde tödliche Wirtschaftsform und unseren Kampf für das Leben" fortsetzen zu wollen. Seit Mittwoch läuft die polizeiliche Räumung des Dorfes Lützerath, das dem Braunkohletagebau von RWE weichen muss.