Demonstration in Rostock-Lichtenhagen mit 3.600 Menschen gestartet

Demonstration in Rostock-Lichtenhagen mit 3.600 Menschen gestartet

Mit einer Auftaktkundgebung hat in Rostock-Lichtenhagen am Samstag die Demonstration zum Gedenken an die rassistisch und fremdenfeindlich motivierten Ausschreitungen vor 30 Jahren begonnen. Rund 3.600 Teilnehmende kamen nach Polizeiangaben bei sonnigem Wetter zusammen - unter ihnen viele junge Leute, aber auch ältere Menschen. Das Bündnis "Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992" hatte zu der Veranstaltung unter dem Titel "Erinnern heißt verändern" aufgerufen. Verschiedenste Gruppen von "Jugendliche ohne Grenzen" bis hin zu "Omas gegen Rechts" reisten eigens an. Auch zahlreiche Rostocker Vereine beteiligten sich.

Den Auftakt der Kundgebung machte das Bündnis gemeinsam mit Initiativen zu den rassistischen Angriffen in Hoyerswerda 1991 und in Cottbus 1992. Seyhmus Atay-Lichtermann, Vorsitzender des Migrantenrats Rostock, sagte im Rückblick auf die Ausschreitungen in Lichtenhagen, Politik, Polizei und weitere Verantwortliche hätten damals versagt. Die Erinnerung an das Pogrom müsse wachgehalten werden, um erneute Anschläge zu verhindern. Menschen müssten sich entschieden gegen Rassismus, Antiziganismus, Islamophobie stellen. Die vorgesehene Demonstrationsroute verlief durch die Rostocker Stadtteile Lichtenhagen und Lütten Klein. Die Abschlusskundgebung sollte am "Sonnenblumenhaus" stattfinden, dem Gebäude, wo die Ausschreitungen vor 30 Jahren begonnen hatten.

Vom 22. bis zum 26. August 1992 gab es im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen schwere rassistisch und fremdenfeindlich motivierte Ausschreitungen. Im Verlauf der vier Tage gerieten dabei 150 Menschen in akute Lebensgefahr, nachdem ein Wohnhaus ehemaliger vietnamesischer DDR-Vertragsarbeiter in Brand gesetzt worden war. Mehr als 200 Polizisten wurden verletzt, einer davon schwer.