Vatikan-Bischof: Keine konkreten Planungen für Papst-Reise nach Kiew

Vatikan-Bischof: Keine konkreten Planungen für Papst-Reise nach Kiew

Köln (epd). Papst Franziskus hat nach Aussage des vatikanischen „Außenministers“, Erzbischof Paul Richard Gallagher, noch keine konkreten Planungen für eine Reise nach Kiew. „Der Wille ist da“, sagte der Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten in einem Interview dem Podcast „Himmelklar“, das am Mittwoch auf dem Kölner Portal „domradio.de“ veröffentlicht wurde. Dies hänge von der Gesundheit des Papstes ab, der derzeit durch Kanada reist: „Wenn Kanada einigermaßen gut läuft, könnte es mit der Planung relativ schnell gehen“, fügte der britische Kurienerzbischof hinzu.

„Es ist auch nicht einfach, nach Kiew oder Lwiw zu kommen. Die Reise dauert zwei Tage. Man kommt mit dem Flugzeug nur ein Stück weit, dann muss es mit dem Auto oder Zug weitergehen, das ist eine lange Reise“, sagte Erzbischof Gallagher: „Und dann muss man ja auch wieder zurückkommen. Man kann diese Entscheidung also nicht übers Knie brechen.“

Gallagher wollte einen Termin im August nicht ausschließen: „Ich denke, es ist möglich, aber ich bin mir da nicht sicher. Bevor wir aus Kanada zurückkommen, ist das sehr schwer zu sagen. Ich denke, der Papst möchte das so bald wie möglich angehen.“

Der Heilige Stuhl habe eine universelle Mission, sagte Gallagher mit Blick auf den Ukraine-Konflikt. Es gehe nicht darum, „dass wir nicht sehen, wer Angreifer und Opfer sind. Der Heilige Vater sieht, dass Konflikte kompliziert sind. Man kann nicht einfach von Gut und Böse sprechen, so einfach ist das nicht.“ Ansatz des Vatikans sei, auf den Frieden hinzuarbeiten, Kontakte herzustellen, sich möglicherweise als Vermittler anzubieten.

Gallagher: „Einige fragen uns, ob wir als Heiliger Stuhl neutral sind. Nicht in unserer Reaktion auf das Leid in der Ukraine. Aber politisch sehen wir uns als neutral.“ Der Vatikan sei „neutral, aber nicht ethisch gleichgültig. Wir sagen nicht, dass wir mit diesem furchtbaren Konflikt nichts zu tun haben wollen. Wir sagen: Wir sind hier. Was können wir tun?“