Verbesserter Katastrophenschutz für Kulturbauten gefordert

Verbesserter Katastrophenschutz für Kulturbauten gefordert

Vor dem Hintergrund des verheerenden Hochwassers vor einem Jahr fordert der Deutsche Kulturrat mehr Schutz von Kulturbauten vor Katastrophen. Bibliotheken, Archive und Museen seien dabei beschädigt oder zerstört worden, beklagte der Spitzenverband der Bundeskulturverbände am Mittwoch in Berlin. Die Trauer um die Toten sei groß, die materiellen Schäden an der Infrastruktur und den Gebäuden auch ein Jahr nach dem Hochwasser im Westen Deutschlands seien noch nicht ansatzweise beseitigt.

"Wir müssen uns endlich mit dem Schutz unserer Kulturbauten und Kunstwerke vor Bomben und Hochwasser, vor Feuer und Plünderung auseinandersetzen", sagte der Geschäftsführer des Kulturrates, Olaf Zimmermann: "Wir müssen auch im Kulturbereich endlich anfangen, an das Undenkbare zu denken, um besser vorbereitet zu sein. Wir brauchen eine Notfallallianz Kultur."

Es müsse damit gerechnet werden, dass materielles und immaterielles Kulturgut bei bewaffneten Konflikten, Natur- und Umweltkatastrophen immer mehr in Mitleidenschaft gezogen werde, betonte Zimmermann. Der Kulturrat forderte die Entwicklung von Notfallplänen, damit Kulturgut im Katastrophenfall gesichert werden könne. Nötig seien Ausbildungsmaßnahmen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kultureinrichtungen für den Fall der Fälle schulen zu können.

Überdies seien Einsatzpläne zur Bergung, Sicherung und Erstversorgung von beweglichem Kulturgut und zum Schutz des unbeweglichen Kulturgutes vor Ort erforderlich. Dazu gehöre auch die Einrichtung von Sicherungsräumen, in denen das Kulturgut aus Archiven, Bibliotheken und Museen in Sicherheit gebracht werden könne.