Gewaltsame Zusammenstöße bei Protesten von Indigenen

Gewaltsame Zusammenstöße bei Protesten von Indigenen

In Ecuador ist es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und protestierenden Indigenen gekommen. Präsident Guillermo Lasso rief die Demonstranten am Mittwoch (Ortszeit) in den sozialen Medien zu Gesprächen auf. "Ein Dialog ist die beste Lösung", sagte der Staatschef. In der Hauptstadt Quito protestierten auch am Mittwoch rund 18.000 Indigene gegen die hohen Lebenskosten und Treibstoffpreise, wie die Tageszeitung "El Comercio" berichtet. Dabei wurden im Zentrum der Hauptstadt brennende Blockaden errichtet. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

Lasso hatte für die Hauptstadt Quito und sechs weitere Unruheprovinzen den Ausnahmezustand verhängt. Damit ist auch das Militär in den betroffenen Regionen im Einsatz. Lasso hatte den Demonstranten in einem auf Twitter veröffentlichten Video vorgeworfen, dass sie ihn stürzen wollten. "Sie suchen das Chaos, sie wollen den Präsidenten rauswerfen, aber ich bin hier. Ich werde nicht fliehen", hatte er darin gesagt.

Organisiert wurden die seit mehr als eineinhalb Wochen andauernden Proteste vom Dachverband der Indigenen-Organisationen (Conaie). Die Organisationen fordern eine Senkung der hohen Spritpreise, eine Preiskontrolle für Agrarprodukte, mehr Arbeitsplätze, die Aussetzung von Bergbaukonzessionen in indigenen Gebieten und mehr Investitionen für Gesundheit, Bildung und Sicherheit. Laut Conaie geht es um das Überleben der Landbevölkerung, die die hohen Lebenshaltungskosten nicht mehr aufbringen könne.

Insgesamt sind laut Conaie im Zusammenhang mit den Protesten drei Menschen ums Leben gekommen, mehr als hundert wurden zum Teil schwer verletzt. Am Dienstag kam in der Ortschaft Puyo ein Angehöriger der Quechua ums Leben, nachdem er offenbar von einer Tränengasbombe ins Gesicht getroffen wurde. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.