Roth: Russlands Krieg gegen Ukraine auch ein "Krieg gegen die Kultur"

Roth: Russlands Krieg gegen Ukraine auch ein "Krieg gegen die Kultur"

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist nach Überzeugung von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) auch ein "gezielter Krieg gegen die Kultur der Ukraine". Russland bedrohe mit seinem Krieg die kulturelle Identität der Ukraine, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien am Sonntag bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Kulturpolitik und Krise" im Düsseldorfer Schauspielhaus.

Bei ihrem Besuch in der ukrainischen Hafenstadt Odessa in der vergangenen Woche hätten Gesprächspartner ihr von mindestens 375 russische Angriffen berichtet, bei denen kulturelle Einrichtungen in der Ukraine schwer beschädigt oder gänzlich zerstört worden seien, sagte Roth. Kulturorte wie Museen, Theater, Archive, Bibliotheken oder Opernhäuser seien attackiert worden. Dabei habe es sich um "gezielte Angriffe" gehandelt. Ukrainische Kulturschaffende hätten im Gespräch zudem beklagt, dass auch 130 Kirchen angegriffen, beschädigt oder zerstört worden seien.

Mit Blick auf Deutschland warnte Roth vor einem "Boykott gegen die russische Kultur". "Es ist ein Putin-Krieg, kein Puschkin-Krieg", sagte die Ministerin mit dem Verweis auf den russischen Dichter Alexander Puschkin (1799-1837).

Die Kulturstaatsministerin erklärte zudem, Kunst und Kultur seien "die Stimme der Demokratie". Wenn es "kein Theater und keine Konzerte mehr gibt, dann schaden wir unserer Demokratie", sagte sie. Sie werbe weiterhin dafür, die Kultur als Staatsziel in das Grundgesetz aufzunehmen.