Katholikentag in Stuttgart beendet

Katholikentag in Stuttgart beendet
Bischof Bätzing: Appell gegen Antisemitismus - Gebet für die Ukraine
Zum Abschluss des Katholikentages in Stuttgart wurde für die Menschen in der Ukraine gebetet. Das Glaubensfest mit fast 30.000 Teilnehmern ging mit Appellen für eine tiefgreifende Kirchenreform und mehr Anstrengungen für den Klimaschutz zu Ende.

In Stuttgart ist am Sonntag der 102. Deutsche Katholikentag zu Ende gegangen. Im Abschlussgottesdienst wandte sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, gegen jede Form von Antisemitismus. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, rief dazu auf, die Ukrainer in ihrem Streben nach Freiheit zu unterstützen. Militär allein könne die weltweiten Krisen jedoch nicht beenden.

Laut Veranstaltern nahmen rund 6.000 Menschen an der Heiligen Messe auf dem Stuttgarter Schlossplatz teil. Der Katholikentag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt stand unter dem Motto "leben teilen". Rund 27.000 angemeldete Teilnehmer haben den Angaben zufolge das fünftägige Treffen besucht.

Im Schlussgottesdienst wurde für alle gebetet, die an den Folgen sexualisierter Gewalt leiden, die ihnen Vertreter der Kirche zugefügt haben. Zudem wurde all derer gedacht, die von Flucht und Verfolgung betroffen sind. Gebetet wurde auch für alle Menschen in der Ukraine, die unter dem russischen Angriffskrieg leiden.

Der Katholikentag war am Mittwochabend in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet worden. Am Freitag hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf einem Podium den Deutschen für ihre Hilfsbereitschaft gegenüber Hunderttausenden ukrainischen Flüchtlingen gedankt.

Am Sonntag warnte die geschäftsführende Direktorin des Katholischen Bibelwerks, Katrin Brockmöller, in einer Dialogpredigt mit dem Limburger Bischof Bätzing davor, die eigene Religion absolut zu setzen. Die wichtigste spirituelle Übung sei heute vielleicht, "in der Vielfalt die Verbundenheit zu spüren", so Brockmöller in einer Bibelauslegung.

Auf dem Abschlussgottesdienst wurde der bereits am Himmelfahrtstag vorgestellte rote Martinsmantel aufgeteilt. Der drei Meter breite und achtzig Meter lange Mantel mit einer Fläche von 240 Quadratmetern sollte an den heiligen Martin von Tours aus dem vierten Jahrhundert erinnern, der seinen Mantel mit einem Bettler geteilt haben soll. Mit der Mantel-Aktion sollte auf gerechte Güterverteilung, nachhaltige Produktion und faires Konsumieren aufmerksam gemacht werden.

Der Ukraine-Konflikt war neben den Folgen der Corona-Pandemie und der Klimakrise ein Schwerpunkt-Thema des Katholikentages. Am Schluss des Gottesdienstes lud der frühere Bundesminister Thomas de Maizière, Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Nürnberg 2023, zu dem evangelischen Christentreffen im kommenden Jahr ein. Der nächste Katholikentag findet 2024 in Erfurt statt.