Zukunft von Abtreibungsparagraf: Kirche will in Kommission mitberaten

Zukunft von Abtreibungsparagraf: Kirche will in Kommission mitberaten

Die evangelische Kirche möchte Mitglied in der von der Ampelkoalition geplanten Kommission zur Zukunft der rechtlichen Grundlage für Schwangerschaftsabbrüche werden. "Wir wollen in der Kommission mitarbeiten", sagte der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei Bundestag und Bundesregierung, Martin Dutzmann, am Dienstag bei einer Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreises von CDU und CSU in Berlin. Ihm gehe es darum, Akzente zu setzen, "die uns wichtig sind".

SPD, Grüne und FDP haben im Koalitionsvertrag vereinbart, das bisherige Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche - den Paragrafen 219a - abzuschaffen, um die Informationsmöglichkeiten für Frauen zu verbessern. Das entsprechende Gesetz ist bereits auf dem Weg.

Die Koalition stellt aber auch infrage, ob der Schwangerschaftsabbruch insgesamt künftig weiter im Strafgesetzbuch geregelt werden soll. Dafür soll eine "Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin" eingesetzt werden, die Alternativen dazu prüft sowie über Regelungen zu anderen ethisch umstrittenen Themen berät.

Dutzmann sagte, der alleine Titel "reproduktive Selbstbestimmung" greife ihm zu kurz. Es gehe auch um das Recht des Kindes. Die evangelische Kirche hat den Paragrafen zur Regelung des Schwangerschaftsabbruchs bislang immer verteidigt. Ihre Position ist aber liberaler als die der katholischen Kirche, die Abtreibungen grundsätzlich ablehnt.