Expertin warnt vor Bewaffnung und Tag-X-Plänen in rechten Bewegungen

Expertin warnt vor Bewaffnung und Tag-X-Plänen in rechten Bewegungen

Die Coronaleugner- und Verschwörungsideologie-Szene hat nach Einschätzung der unabhängigen Beratungsstellen die rechte Gewalt in Deutschland massiv befeuert. Fachleute wie die Geschäftsführerin des Center für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas), Pia Lamberty, warnten am Dienstag in Berlin vor neuen rechten Bewegungen als Ausgangspunkt für rechte Gewalt und Rechtsterrorismus. "Seit Beginn der Pandemie sehen wir eine bedrohliche Zunahme von Bewaffnung und Tag-X-Terrorplänen in diesen Bewegungen", sagte Lamberty.

Dies habe sich im dritten Pandemiejahr noch einmal verschärft. Die Auswirkungen zeigten sich aktuell auch in der Legitimierung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in diesen Milieus und Netzwerken, erklärte sie. Die Erfahrung von Straflosigkeit für permanente Regelbrüche und die Normalisierung von Antisemitismus und Rassismus schafften den Nährboden für schwerste Gewalttaten.

Auf das Konto dieser Szene gehen laut Lamberty der Tod des 20-jährigen Tankstellenmitarbeiters in Idar-Oberstein sowie von drei Kindern und ihrer Mutter im brandenburgischen Senzig. Damit hätten 17 Menschen seit 2019 durch Rechtsterrorismus und rechte Gewalt ihr Leben verloren, sagte Vorstand Robert Kusche vom Verein der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG).

Kusche sprach von alarmierenden Zahlen. Trotz monatelanger Ausgangsbeschränkungen registrierten die in neun von 16 Bundesländern tätigen Beratungsstellen im vergangenen Jahr 1.391 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe mit 1.830 Betroffenen.