Umweltaktivistin Neubauer: Engagement für lebenswerte Zukunft nötig

Umweltaktivistin Neubauer: Engagement für lebenswerte Zukunft nötig

Die Umweltaktivistin Luisa Neubauer hat angesichts der vielen Krisen weltweit die gesamte Gesellschaft zum Einsatz für eine lebenswerte Zukunft aufgefordert. "Wir bekommen ein hoffnungsvolles Morgen nicht geschenkt", sagte Neubauer am Samstag beim ersten Zukunftskongress #MH22 der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in Mülheim an der Ruhr. Es sei ein "Arbeitsauftrag" für alle Generationen, Hoffnung wachzuhalten und Hoffnungserzählungen trotz Klimakrise, Kriegen und erneut anwachsender Armut zu schaffen: "Das ist unser Job."

Neubauer gilt als das Gesicht der Jugendbewegung "Fridays Future" in Deutschland. Die 26-Jährige kritisierte die These, dass Krisen das Schlechte im Menschen hervorrufen würden. Der Kampf der Bevölkerung in der Ukraine etwa habe das Gegenteil gezeigt. "Wir müssen uns dagegen wehren, dass man die Menschen kategorisch schlecht reden will", forderte die per Video zugeschaltete Hamburgerin beim evangelischen Zukunftsevent. Die Menschen würden unterschätzt, es sei zynisch zu behaupten, dass die aktuellen Krisen nicht mehr abgewendet werden könnten.

Nach Ansicht Neubauers ist vieles von dem, was lange Jahre an Szenarien prophezeit worden sei, eingetreten. "Die Zukunft, die wir jetzt erleben, ist außerordentlich bedrückend", sagte sie und nannte als aktuelle Beispiele eine extreme Hitzewelle in Indien und eine verheerende Heuschreckenplage in Madagaskar. Andere Gesellschaften dagegen seien weiterhin privilegiert: "Wir haben unser Menschsein ausgetauscht gegen unser Konsumentensein", kritisierte Neubauer. Es gehe darum, neue Hoffnungsanker zu finden und eine Welt zu schaffen, "in der Eltern ihren Kindern in die Augen sehen können, weil sie wissen, dass sie das Beste versucht haben".

Der eintägige Zukunftskongress #MH22 mit nach Veranstalterangaben mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 16 bis 24 Jahren will Impulse für Kirche und Gesellschaft geben. Themenschwerpunkte von Workshops, Podien und Gesprächsgruppen waren Nachhaltigkeit, ein Miteinander ohne Hass, Partizipation von jungen Menschen und die Kirche der Zukunft. Am Nachmittag stand eine Diskussion mit dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Thorsten Latzel, und der Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, auf dem Programm. Veranstalterin war die Evangelische Jugend im Rheinland (EJiR).