Mehrheit der Deutschen unterstützt humanitäre Hilfe

DB-Schienenbrücke mit Hilfsgütern

© Carsten Koall/dpa

Ein Zug der DB-Schienenbrücke mit Hilfsgütern fuhr in Berlin los, verabschiedet von Andrij Melnyk (l-r), Botschafter der Ukraine in Deutschland, Franziska Giffey, Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Volker Wissing, Bundesminister für Verkehr und Digitales, und Sigrid Nikutta, Vorstand Güterverkehr Deutsche Bahn.

Ukraine-Konflikt
Mehrheit der Deutschen unterstützt humanitäre Hilfe
Die große Mehrheit der Deutschen begrüßt einer Umfrage zufolge die humanitäre Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine.

79 Prozent der Befragten finden es gut, dass Deutschland die Ukraine mit Lebensmitteln und Medikamenten unterstützt, wie die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag in Gütersloh mitteilte. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sind dafür, dass die Bundesrepublik durch die Aufnahme von Flüchtlingen Hilfe leistet. Etwas weniger als zwei Drittel befürworten auch die Wirtschaftssanktionen gegen Russland.

Ein militärisches Eingreifen Deutschlands wird dagegen mehrheitlich abgelehnt, wie die Umfrage weiter ergab. Nur elf Prozent sind der Meinung, die Bundeswehr solle auch mit Soldaten helfen.

Mehr als sieben von zehn Befragten (71 Prozent) sind demnach der Ansicht, dass Russland mit seinem Angriff auf die Ukraine seinen Einfluss ausdehnen und seinen Machtbereich erweitern will. Dass es auch hier in Deutschland zum Krieg kommt, denkt nur rund ein Drittel der Befragten (36 Prozent), ein weiteres Drittel (33 Prozent) glaubt das nicht, 31 Prozent der Befragten haben sich keine Meinung gebildet. "Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich eine neue Qualität auch in der Wahrnehmung der russischen Aggression", sagte der Demokratie-Experte der Bertelsmann-Stiftung, Robert Vehrkamp. Die meisten Menschen in Deutschland empfänden den Ukraine-Krieg als eine Zeitenwende in Europa.

Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Befragten spricht sich überdies für eine Aufnahme der Ukraine in die EU aus. 39 Prozent plädieren für eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine, 28 Prozent sind dagegen. Die Erhebung im Rahmen des Demokratiemonitors der Bertelsmann Stiftung wurde in Form einer Online-Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach ermittelt. Zwischen dem 8. und 9. März nahmen rund 1.000 Personen daran teil.

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