Gebete und Kerzen gegen den Hass in Bautzen

Gebete und Kerzen gegen den Hass in Bautzen

Mit einem Lichterzug haben am Freitagabend im sächsischen Bautzen mehrere hundert Menschen ein Zeichen für Solidarität gesetzt. Nach einem Friedensgebet im Dom gingen sie mit Kerzen durch die Altstadt. Es sollte ein "leises, aber sichtbares Zeichen für solidarisches Miteinander und Zusammenhalt" sein, sagte der evangelische Superintendent im Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, Tilmann Popp: "Als Christinnen und Christen sind wir um das Wohl der Stadt bemüht." Das beginne mit dem Gebet.

Zu der Aktion hatte die Initiative "Bautzen gemeinsam" aufgerufen. Bei einem Zwischenstopp auf dem Bautzner Kornmarkt sollte an die Corona-Opfer erinnert werden. Den 28. Januar hatten die Initiatoren dafür bewusst gewählt. An dem Tag gab es vor zwei Jahren in Deutschland den ersten bestätigten Corona-Fall.

In Bautzen war es bei Protesten gegen die Corona-Politik wiederholt zu gewalttätigen Angriffen auf Polizisten und Medienvertreter gekommen. "Wir wollen für ein friedliches Miteinander werben", sagte Popp, der auch einer der Sprecher der Initiative "Bautzen gemeinsam" ist. Auch in Freiberg und Zwönitz hatten zivilgesellschaftliche Bündnisse zu einem stillen Corona-Gedenken eingeladen.

Erneut waren in Sachsen auch am Freitag Corona-Leugner auf der Straße. In Dresden zogen laut Beobachtern zeitweise mehr als 1.000 Anhänger der "Querdenken"-Szene durch die Stadt, vorbei unter anderem an der Synagoge - mit Aussagen wie "Inzidenz 1933" auf Schildern. Laut Twitter-Angaben von "Querdenken351" sollen darunter auch Mitarbeitende aus dem Gesundheitswesen gewesen sein, die gegen die Impfpflicht demonstrierten.