Bundespräsident: "Es gibt kein Recht auf Vergessen"

Bundespräsident: "Es gibt kein Recht auf Vergessen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Holocaust-Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert und dazu aufgerufen, Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung entgegenzutreten. "Wir gedenken der Millionen von Menschen, die in Konzentrationslager verschleppt, gefoltert und dort ermordet worden sind", sagte Steinmeier am Mittwoch bei einem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen in Brandenburg: "Der Ort mahnt uns, es gibt kein Recht auf Vergessen."

"Die Opfer haben ein Recht auf Erinnerung", betonte der Bundespräsident. Die Verantwortung ende jedoch nicht mit dem Erinnern, sondern bedeute, allen Formen des Antisemitismus, des Rassismus und jeder Form von Diskriminierung entschieden entgegenzutreten. "Es gibt kein Ende der Verantwortung", sagte Steinmeier: "Wir müssen die Verantwortung weitertragen."

Der Bundespräsident besuchte die Gedenkstätte Sachsenhausen am Tag vor dem Holocaust-Gedenktag (27. Januar) gemeinsam mit seiner Frau Elke Büdenbender und wurde dabei von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke und Kulturministerin Manja Schüle (alle SPD) begleitet. Schüle ist auch Vorsitzende des Stiftungsrats der brandenburgischen Gedenkstätten. Nach einem Rundgang durch die Gedenkstätte wurden drei Kränze am Gedenkort in der früheren Hinrichtungsstätte "Station Z" niedergelegt.

Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet oder kamen auf andere Weise ums Leben.