SPD: Aufarbeitungskommission soll mehr Geld bekommen

SPD: Aufarbeitungskommission soll mehr Geld bekommen

Nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens für das Erzbistum München und Freising will die SPD die unabhängige Aufarbeitungskommission beim Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs aufwerten und besser finanzieren. "Die Unabhängige Aufarbeitungskommission muss in die Lage versetzt werden, ihren Auftrag zu erfüllen", sagte der Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Castellucci, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Sonntag). Auch die Politik sei stärker gefordert, um "das Thema weiter aus der Tabuzone herauszuholen und alles Menschenmögliche dafür zu tun, Taten zu verhindern".

SPD, Grüne und FDP hätten sich im Koalitionsvertrag dem Kampf gegen Kindesmissbrauch verschrieben. Die Arbeit des Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs werde gesetzlich geregelt und mit einer regelmäßigen Berichtspflicht an den Bundestag verbunden, kündigte Castellucci an. Die Ampelkoalition wolle Prävention und Kinderschutz stärken sowie für eine kindersensible Justiz sorgen. "Es ist für die Betroffenen immer schwer, oft auch erst nach vielen Jahren, die Taten öffentlich zu machen. Sie müssen Anlaufstellen haben und bei Polizei und Justiz auf geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen, die mit der Thematik angemessen umgehen können."

Ein unabhängiges Gutachten über sexualisierte Gewalt in der Erzdiözese München und Freising hat Hinweise auf mindestens 497 Betroffene zwischen 1945 und 2019 gefunden. Das Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl belastet außerdem den emeritierten Papst Benedikt XVI. in seiner Rolle als ehemaliger Erzbischof von München (1977-1982) schwer. Er soll in vier Fällen katholische Priester, die als Missbrauchstäter aufgefallen waren, weiter in der Seelsorge beschäftigt haben.