Lichterzug gegen Hass und Hetze durch Bautzener Altstadt

Lichterzug gegen Hass und Hetze durch Bautzener Altstadt

Die Initiative "Bautzen gemeinsam" lädt für den 28. Januar zu einem Lichterzug durch die Altstadt ein. Es solle ein leises, aber sichtbares Zeichen für solidarisches Miteinander und Zusammenhalt gesetzt werden, erklärte die Initiative am Freitag in Bautzen. Zu Beginn ist ein ökumenisches Friedensgebet im Bautzener Dom vorgesehen.

"Dort werden wir gemeinsam die ersten Kerzen entzünden und das Licht von Mensch zu Mensch weitergeben", erklärte Tilmann Popp als einer der Sprecher der Initiative. Beim anschließenden Lichterzug werde es auf dem Kornmarkt einen Zwischenstopp geben. Dort soll an Menschen erinnert werden, die von und durch Corona in ganz unterschiedlicher Weise betroffen sind, deren Existenzen bedroht seien, die an Einsamkeit litten oder einen Angehörigen durch das Virus verloren hätten, hieß es.

Den 28. Januar haben die Initiatoren nach eigenen Angaben bewusst für die Aktion gewählt. An dem Tag gab es vor zwei Jahren in Deutschland den ersten Corona-Fall. "Bautzen gemeinsam", eine Gruppe aus der Zivilgesellschaft, hatte Mitte Dezember eine Erklärung verabschiedet. Darin heißt es: "Wir wollen Verantwortung für unsere Stadt übernehmen, wir schließen uns zusammen, denn wir sind die Mitte dieser Gesellschaft." Im sächsischen Bautzen hatten in den vergangenen Wochen immer wieder Gegner der Corona-Maßnahmen demonstriert, teilweise kam es dabei zu Ausschreitungen.

Am Montag (24. Januar) ist die Bautzener Initiative bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gast. Als Vertreter der Gruppe nimmt der evangelische Dompfarrer Christian Tiede an einem Podiumsgespräch mit dem Titel "Hass und Gewalt in Zeiten der Pandemie" teil.