CSU-Politiker kritisiert Lauterbachs Vorstoß zu drei Impfdosen

CSU-Politiker kritisiert Lauterbachs Vorstoß zu drei Impfdosen

Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger hat die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgeschlagene Beschränkung einer Corona-Impfpflicht auf drei Impfdosen als voreilig und möglicherweise unzureichend kritisiert. "Ich halte nichts davon, vorschnell die Anzahl an obligatorischen Boosterimpfungen zu limitieren, da leider nicht sicher absehbar ist, ob gefährliche Varianten zusätzliche Impfungen erforderlich machen könnten", sagte Pilsinger der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Sinnvoller wäre aus seiner Sicht eine vorläufige zeitliche Befristung der Impfpflicht von zum Beispiel zwei Jahren, erklärte der Bundestagsabgeordnete, der selbst Mediziner ist.

Lauterbach (SPD) hatte am Wochenende dafür plädiert, bei einer möglichen allgemeinen Impfpflicht drei Impfdosen vorzuschreiben. Vollständig Geimpfte seien gegen alle Corona-Varianten - zumindest vor schwerer Krankheit und Tod - geschützt, sagte er der "Bild am Sonntag". Daran müsse sich die Impfpflicht orientieren.

Die Entscheidung über eine Impfpflicht liegt beim Bundestag. Dort soll Ende Januar eine Orientierungsdebatte stattfinden. Angedacht sind Gruppenanträge, über die die Abgeordneten am Ende - vermutlich nicht vor März - allein nach ihrem Gewissen ohne Fraktionsdisziplin abstimmen sollen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag für die zurückliegenden 24 Stunden 34.145 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg bundesweit auf einen neuen Höchstwert von 528,2. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 30 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, womit sich die Zahl der Corona-Toten in Deutschland auf 115.649 erhöhte.