Corona-Pandemie: Weltärztebund fordert Kontakt-Beschränkungen

Corona-Pandemie: Weltärztebund fordert Kontakt-Beschränkungen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, forderte eine strikte Reduzierung der Kontakte, um die Infektionskurve der Corona-Pandemie wieder zu senken. Weihnachtsmärkte sollten bundesweit schließen, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Es bringt nichts, die Weihnachtsmärkte in der einen Region zu verbieten, wenn die Leute dann in eine andere fahren, wo sie noch geöffnet sind." Länder und Kommunen sollten zudem zu Silvester größere Feiern, Feuerwerk und private Böllerei flächendeckend verbieten, fügte er hinzu. "Das verhindert nicht nur Ansteckungen, sondern entlastet auch die Notfallambulanzen." Wenn man die Inzidenzen nicht in den Griff bekomme, müssten die Länder auch wieder flächendeckend Betriebe schließen oder Ausgangssperren verhängen können. Mittelfristig aber helfe nur eine allgemeine Impfpflicht.

Das Problem sei, dass alle Maßnahmen, die jetzt noch ergriffen würden, selbst Kontaktbeschränkungen oder Lockdowns, nur mit einer Verzögerung von zwei Wochen wirkten, betonte Montgomery. Ein Fortschritt beim Impfen schlage sich sogar erst nach sechs Wochen in der Statistik nieder.

Das RKI meldete am Samstag 67.125 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages bezogen auf 100.000 Einwohner angibt, lag im bundesweiten Schnitt bei 444,3. Die Hospitalisierungsinzidenz beträgt deutschlandweit derzeit 5,97. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit Covid-19 in ein Krankenhaus eingewiesen wurden. Dieser Inzidenzwert ist entscheidend für die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in den jeweiligen Bundesländern.

Aktuell sind laut Daten des RKI insgesamt 68,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig gegen Covid-19 geimpft, 71,1 Prozent mindestens einmal.