Viele Tote nach Angriffen von Milizen auf Dörfer im Kongo

Viele Tote nach Angriffen von Milizen auf Dörfer im Kongo

Bei Angriffen auf mehrere Dörfer im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind in den vergangenen Tagen viele Menschen getötet worden. Milizen hätten in der Region Djugu in der Provinz Ituri Dörfer und ein Lager von Geflohenen angegriffen und etwa 30 Menschen getötet, berichtete das Nachrichtenportal "Africa News" am Dienstag. Anderen Berichten zufolge könnte die Zahl der Opfer der Anschläge von Sonntag und Montag weit höher liegen.

Mitglieder der Rebellen-Koalition Codeco griffen laut dem französischen Sender RFI mehrere Stunden lang Dörfer und ein von der Hilfsorganisation Caritas eingerichtetes Lager an, brannten Unterkünfte nieder und töteten mehrere Menschen. Laut "Africa News" brauchte es lange, bis die Armee intervenierte. Demnach sagte der Leiter des Lagers, es seien 18 Leichen gefunden worden, die Armee sprach von zwölf getöteten Zivilistinnen und Zivilisten und neun Angreifern. Das Nachrichtenportal "Mediacongo" berichtete von mehr als 50 Toten allein im Flüchtlingslager. Der Koordinator mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisationen in Ituri, Jean Bosco Lalo, sagte derweil der spanischen Nachrichtenagentur EFE, mindestens 107 Menschen seien getötet worden.

Die Allianz Codeco ist ein Zusammenschluss mehrere Milizen der Volksgruppe der Lendu, der gegründet wurde, um die Bevölkerung vor Angriffen der Hema zu verteidigen. Die Koalition war bereits am Bürgerkrieg zwischen 1999 und 2003 beteiligt und wird für neue Angriffe in den vergangenen Jahren verantwortlich gemacht.

Nach Berichten des Nachrichtenportals "ActualitéCD" flohen aufgrund der jüngsten Angriffe mindestens 16.000 Menschen in ein Camp der UN-Mission im Kongo (Monusco) in der Ortschaft Roe. Dort haben bereits weitere 21.000 Vertriebene Schutz gesucht.

In den Provinzen Ituri, Nordkivu und Südkivu herrscht seit mehr als 20 Jahren ein blutiger Konflikt zwischen verschiedenen Volksgruppen, Regierungstruppen und lokalen Milizen. Die Vereinten Nationen hatten im vergangenen Jahr kritisiert, dass der Staat kaum Kontrolle über die Gebiete im Osten des Landes habe und ein Vakuum entstehen lasse, das von bewaffneten Gruppen ausgenutzt werde. Als Folge kommt es immer wieder zu Massakern, Vertreibungen, sexueller Gewalt und gewaltsamen Reaktionen des Militärs darauf. Millionen Menschen sind auf der Flucht.