Report: Arbeitszeiterfassung kann Erholung von Beschäftigten fördern

Report: Arbeitszeiterfassung kann Erholung von Beschäftigten fördern

Düsseldorf (epd). Erfasst ein Betrieb die Arbeitszeit im Homeoffice, kann das einer Befragung zufolge die Erholung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fördern. Beschäftigte könnten sich besser erholen, wenn die Arbeitszeit „allgemeingültig und für alle im Betrieb“ dokumentiert werden, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Report der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Laut der sogenannten Erwerbspersonenbefragung der Stiftung leisten vor allem Vollzeitbeschäftigte im Homeoffice ohne Zeiterfassung viele Überstunden: durchschnittlich 3,5 Stunden pro Woche. Dokumentieren sie ihre mobile Arbeitszeit selber, seien es drei Stunden. Zeichnet das Unternehmen die Arbeitszeit auf, seien es dagegen zwei Stunden.

Das wirke sich auch auf die Regenerationsmöglichkeiten aus, hieß es weiter. Unter Beschäftigten ohne Arbeitszeiterfassung gaben nur 46 Prozent der Befragten an, dass sie in ihrer Freizeit nicht mehr an die Arbeit denken. Wird die Arbeitszeit von den Beschäftigten selbst dokumentiert, stimmten 50 Prozent zu. Wurde die Arbeitszeit hingegen betrieblich erfasst, konnten 58 Prozent abschalten.

Aber auch andere Rahmenbedingungen wie Personalengpässe, Projekt- oder Teamarbeit und knappe Deadlines sind laut Stiftung mit mehr Überstunden verbunden und können die Erholung der Beschäftigten beeinträchtigen. Vor allem eine dünne Personalausstattung wirke sich negativ auf die Erholung aus, hieß es. Mit 44 Prozent gab weniger als die Hälfte der Beschäftigten an, sich von der Arbeit zu erholen, wenn Personal fehlt. Reicht das Personal aus, seien es hingegen 63 Prozent.

Auch bei zeitlich engen Deadlines zeigt sich den Angaben zufolge dieser Effekt: So gaben 46 Prozent der Befragten mit knappen Terminvorgaben an, in der Freizeit nicht mehr an die Arbeit zu denken. Ohne enge Deadlines waren es hingegen 58 Prozent.

Bei ausreichend Personal leisten Vollzeitbeschäftigte dem Report zufolge im Durchschnitt zwei Überstunden pro Woche. Bei Personalengpässen seien es durchschnittlich 3,5 Überstunden, bei zeitlich engen Deadlines 3,5 Überstunden und ohne Deadlines drei Überstunden.

Die Autorinnen des Reports, Yvonne Lott und Elke Ahlers, kritisierten Überlegungen der geplanten Ampelkoalition, „begrenzte Möglichkeit zur Abweichung“ von den bestehenden Regelungen zur Tageshöchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetzes schaffen zu wollen. Stattdessen sei es wichtig, die vom Europäischen Gerichtshof eingeforderte betriebliche Arbeitszeiterfassung gesetzlich umzusetzen, insbesondere bei mobiler Arbeit, betonten sie.