Diakonie: Wohnungslose vor Kälte und Corona schützen

Diakonie: Wohnungslose vor Kälte und Corona schützen

Die Diakonie sieht Menschen ohne Obdach im bevorstehenden Winter doppelt gefährdet. Der evangelische Wohlfahrtsverband appellierte deshalb am Freitag in Berlin an die Städte und Gemeinden, Kälte- und Infektionsschutz für wohnungslose Menschen zu garantieren.

"Mehr als 20 wohnungslose Menschen sind im vergangenen Winter in Deutschland erfroren - so viele wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Dieser traurige Rekord darf sich auf keinen Fall wiederholen", sagte Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Die Kommunen müssten wohnungslose Menschen in diesem Winter besser gegen die Kälte schützen.

Außerdem müsse im zweiten Corona-Winter der Infektionsschutz in den Notunterkünften und Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe gewährleistet werden, forderte Loheide. Denn gerade wohnungslose Menschen seien durch ihre prekäre Lebenssituation und häufige Vorerkrankungen stärker gefährdet.

Die Berliner Kältehilfe verdoppelt ihr Angebot. Nach dem Start der aktuellen Kältehilfe-Saison am 1. Oktober mit 500 Notübernachtungsplätzen stehen ab Montag doppelt so viele Angebote zur Verfügung, wie die Senatssozialverwaltung mit. Senatorin Elke Breitenbach (Linke) betonte: "Wer ein Bett sucht, bekommt auch eins."

Die Berliner Kältehilfe gilt als das größte Hilfsangebot für Obdachlose in der kalten Jahreszeit in Deutschland. Hauptträger sind Caritas und Diakonie, die Berliner Stadtmission, die Gebewo-Soziale Dienste Berlin gGmbH und das Deutsche Rote Kreuz. Hinzu kommen Kirchengemeinden, Verbände, Vereine und Initiativen.