Rettungsschiff "Geo Barents" bringt 367 Geflohene an Land

Rettungsschiff "Geo Barents" bringt 367 Geflohene an Land

Das Rettungsschiff "Geo Barents" hat 367 Flüchtlinge in Sizilien an Land gebracht. Das erklärte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen", die das Schiff betreibt, am Donnerstag auf Twitter. Die Geretteten seien Mittwochnacht sicher in Palermo von Bord gegangen. "Wir sind sehr erleichtert, dass alle Überlebenden rechtzeitig an Land konnten und dankbar für den warmen Empfang in Sizilien."

Die Besatzung rettete die Menschen Ende vergangener Woche binnen zwei Tagen im Mittelmeer aus Seenot. An Bord waren laut "Ärzte ohne Grenzen" 172 Minderjährige, die meisten von ihnen ohne ihre Eltern. Bürgermeister Leoluca Orlando nahm die Geretteten im Hafen von Palermo in Empfang. Der Politiker setzt sich seit langem für die Seenotrettung ein. Italien hatte die Erlaubnis zur Anlandung am Mittwoch gegeben.

In den vergangenen Tagen wurden bereits mehr als 400 Gerettete von der "Sea-Watch 3" und über 100 Menschen von der spanischen "Aita Mari" in Italien an Land gebracht. Die Überfahrt über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang 1.553 Menschen bei der Überfahrt gestorben oder werden vermisst. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen. Derzeit ist noch die "Sea-Eye 4" der gleichnamigen Organisation auf dem Mittelmeer.