Zwei Verdächtige wegen gefälschter Impfpässe in Haft

Zwei Verdächtige wegen gefälschter Impfpässe in Haft

Wegen gefälschter digitaler Impfpässe sitzen seit dem Wochenende zwei Menschen in Bayern in Haft. Zwei weitere Verdächtige sind wieder auf freiem Fuß. Sie alle sollen auf einem deutsch-sprachigen Cybercrimeforum QR-Codes für den digitalen Corona-Impfausweis zum Preis von zuletzt 350 Euro angeboten haben, teilte am Montag die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) mit.

Seit Mitte August 2021 sollen die Verdächtigen die IT einer Münchner Apotheke genutzt haben, um unberechtigte Impfpässe auszustellen, hieß es. Einem Beschäftigte der Apotheke werde vorgeworfen, mit drei weiteren Menschen die falschen digitalen Corona-Impfausweise ausgestellt zu haben. Allein im Oktober sollen so über 500 Impfzertifikate ausgestellt worden sein.

Auch im EU-Ausland sei ein solcher falscher digitaler Impfausweis entdeckt worden. Bei Durchsuchungen der Privatwohnungen seien Kryptowährungen und Bargeld in Höhe von fast 100.000 Euro gesichert worden, hieß es. Den Beschuldigten drohten Strafen von sechs Monaten für jede einzelne Tat, Strafobergrenze sei zehn Jahre, teilte der Sprecher der ZKG auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit.

Eine epd-Umfrage in der vergangenen Woche hatte ergeben, dass mit dem Ende kostenloser Corona-Tests einige Bundesländer vermehrten Betrug mit gefälschten Impfnachweisen bis hin zu einem regelrechten Handel registrieren.