#allesaufdentisch: Landgericht untersagt Löschung von Youtube-Videos

#allesaufdentisch: Landgericht untersagt Löschung von Youtube-Videos

Die Pressekammer des Landgerichts Köln hat die Löschung zweier Videos der Aktion #allesaufdentisch durch Youtube untersagt. Das Gericht habe somit die Anträge auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Videoplattform entsprochen, sagte der Anwalt der Initiatoren, Joachim Steinhöfel, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag. Auch die Verwarnung durch die Google-Tochter wegen der Videos sei untersagt worden. Youtube hatte zuvor zwei Beiträge des Kanals der Aktion gelöscht.

Konkret geht es um die Videos mit den Titeln "Angst" und "Inzidenz". In "Angst" spricht der Schauspieler und Kabarettist Gernot Haas mit dem Neurobiologen Gerald Hüther. Hüther war mehrere Jahre im Beirat des Onlinemagazins Rubikon, das in der Kritik steht, Verschwörungsideologien zu verbreiten. Im zweiten betroffenen Video interviewt der Sänger und Liedermacher Jakob Heymann den Mathematiker Stephan Luckhaus, der im Zuge eines abgelehnten kritischen Beitrages zum Lockdown die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina verlassen hatte.

Laut Anwalt Steinhöfel, der selbst im Gespräch mit dem Schauspieler Wotan Wilke Möhring zum Thema Meinungsfreiheit Teil der Aktion ist, waren rechtliche Schritte am Montagmorgen eingeleitet worden. Die Löschungen seien rechtswidrig und "eine neue Dimension des Rechtsbruchs durch Youtube".

Die Aktion #allesaufdentisch bezeichnet sich selbst als "Initiative für einen gesellschaftlichen Dialog". Initiiert wurde sie unter anderem vom Schauspieler Volker Bruch (Babylon Berlin). Ziel sei es, "die Pandemie als gesamtgesellschaftliches Problem zu betrachten, und auch denjenigen ExpertInnen Gehör zu verschaffen, die bisher, trotz ihrer oft hohen Reputation, in der öffentlichen Debatte kaum oder gar nicht wahrgenommen wurden". Viele der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler waren bereits an der Kampagne #allesdichtmachen beteiligt gewesen. Während die Videos dieser Aktion aus dem April Hunderttausende Aufrufe bei Youtube erreichten, kamen die Videos von #allesaufdentisch teilweise nicht einmal auf zehntausend Views.