Spahn rechnet mit Herdenimmunität im Frühling

Spahn rechnet mit Herdenimmunität im Frühling

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet bis zum kommenden Frühjahr eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit das Ende der Pandemie in Deutschland. "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagte Spahn der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). "Herdenimmunität wird immer erreicht", erklärte er. Die Frage sei nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung sei definitiv der sicherere Weg dorthin.

Spahn warnte, die Ansteckungsgefahren dürfe trotz der sinkenden Infektionszahlen nicht unterschätzt werden. "Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch." Im Herbst und Winter, wenn sich alle wieder mehr in Innenräumen aufhielten und das Immunsystem weniger stark sei, steige auch das Risiko, sich anzustecken.

Spahn führte den gegenwärtigen Rückgang der Infektionszahlen vor allem auf das Ende der Urlaubssaison und die verschärften Testregeln zurück. "Mit dem Ende der Ferien tragen nicht mehr so viele Reiserückkehrer das Virus zurück nach Deutschland", sagte der Minister. Durch konsequentes Testen in den Schulen würden zudem viele Infektionen erkannt und die Ansteckungsketten dann unterbrochen. "Außerdem haben wir Ende August die 3G-Regel eingeführt. Wenn an bestimmten Orten nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete zusammenkommen, hat das eben auch eine Wirkung."

Es sei indes zu früh die Corona-Maßnahmen aufzuheben. Für einen "Freedom-Day" wie in anderen Ländern sei in Deutschland die Impfquote noch nicht hoch genug.