Studie: Klimarisiken bei der Entwicklungspolitik stärker beachten

Studie: Klimarisiken bei der Entwicklungspolitik stärker beachten

Reiche Industriestaaten müssen einer Studie zufolge bei der Entwicklungszusammenarbeit mit ärmeren Ländern stärker auf die Klimarisiken achten. Die vom Entwicklungsministerium finanzierte und am Montag veröffentlichte Untersuchung des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und des NewClimate Institute weist auf die wachsende Bedeutung von Entwicklungs- und Schwellenländern im Kampf gegen die Erderwärmung hin.

Aktuell stagnieren den Angaben zufolge die Emissionen der Industrieländer auf hohem Niveau, während die der Entwicklungs- und Schwellenländer weiter ansteigen. Viele Schwellenländer mit rasant steigenden Emissionen nähmen Klimaschutz als zusätzliche Belastung wahr und seien deshalb zurückhaltend, wenn es um internationale Zusagen gehe, heißt es. Zugleich seien Menschen in diesen Ländern von der Erderwärmung besonders hart getroffen.

Die Industrieländer als historische Verursacher des Klimawandels werden aufgefordert, ärmere Länder dabei zu unterstützen. Es sei absehbar, dass die internationale Klimafinanzierung hinter den versprochenen 100 Milliarden US-Dollar jährlich zurückbleibe, heißt es. Die Studie sieht vor allem beim weltweiten Energiekonsum Handlungsbedarf. So müssten eine wirksame CO2-Bepreisung und der schrittweise Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe national und international vorangebracht werden. Weltweit müsse die Stromerzeugung modernisiert und die Landwirtschaft klimafreundlicher betrieben werden. Ökosysteme müssten geschützt und Wasser sparsam genutzt werden.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) erklärte, der "nationale Tunnelblick" beim Klimaschutz müsse überwunden werden. Schwellen- und Entwicklungsländer seien für die Erreichung der Klimaziele zentral.