Denkmal in Köln soll an NSU-Anschläge erinnern

Denkmal in Köln soll an NSU-Anschläge erinnern

Am 9. November will der Stadtrat in Köln über ein Denkmal zur Erinnerung an die Anschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) in der Stadt entscheiden. Das Denkmal soll im Stadtteil Mülheim nahe dem Tatort an der Keupstraße entstehen und aus einer Bodenplatte bestehen, die dem Grundriss des Hauses entspricht, vor dem die Nagelbombe des NSU im Juni 2004 explodiert war, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Mehr als 20 Menschen waren damals zum Teil schwer verletzt worden.

Das Denkmal folgt einem Entwurf des Künstlers Ulf Aminde. Mit einem WLAN-Netzwerk vor Ort und einer speziellen App könnten Besucher an dem Denkmal per Smartphone oder Tablet ein virtuelles Gebäude entstehen lassen, hieß es. Die Bausteine dieses virtuellen Gebäudes seien Filme, die den NSU-Komplex, aber auch Themen wie alltägliche Ausgrenzung und Alltagsrassismus behandelten. Darüber hinaus sollten an dem Denkmal Veranstaltungen wie Lesungen und Diskussionen stattfinden.

Deutschlandweit hatte der NSU zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet. Darunter waren neun Menschen mit Migrationsgeschichte und eine Polizistin.