Käßmann kritisiert texanisches Abtreibungsgesetz

Käßmann kritisiert texanisches Abtreibungsgesetz

Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat ein neues restriktives Abtreibungsgesetz im US-Staat Texas kritisiert. Keine Frau dürfe gezwungen werden, ein Kind gegen ihren Willen auszutragen, schrieb die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der "Bild am Sonntag". Das seit dem 1. September in Texas geltende Gesetz verbietet Schwangerschaftsabbrüche nach der sechsten Schwangerschaftswoche. Dass das Verbot selbst bei Vergewaltung und Inzest gelte, sei "furchtbar", erklärte Käßmann.

Das neue Gesetz ermögliche jedem, gegen Menschen zu klagen, die einer Frau beim Schwangerschaftsabbruch helfen, schrieb die Theologin: "So wird Angst geschürt und nicht Lust auf Leben. So wird Schwangerschaftsabbruch in Hinterzimmer verbannt ohne angemessene medizinische Versorgung." Begründet werde das Abtreibungsverbot meist mit dem Gebot "Du sollte nicht töten". In Texas dürfe aber jeder eine Waffe tragen. "Was für ein Irrsinn", schrieb Käßmann. Um Abtreibungen zu vermeiden, müsse Hilfe angeboten werden.

Das texanische Gesetz ist das radikalste gegen Schwangerschaftsabbrüche in den USA. US-Justizminister Merrick Garland hat vor wenigen Tagen Klage gegen den republikanisch regierten US-Staat wegen des Gesetzes eingereicht und erklärt, dieses sei "eindeutig verfassungswidrig".