Nach Kritik: Veranstalter verlegt Radrennen an KZ-Gedenkstätte

Nach Kritik: Veranstalter verlegt Radrennen an KZ-Gedenkstätte

Nach massiver Kritik an einem Straßen-Radrennen im Bereich der KZ-Gedenkstätte Buchenwald will der Veranstalter die Streckenführung umplanen. Über die Entscheidung seien der Freistaat Thüringen, die Stadt Weimar und die Gedenkstätte Buchenwald am Donnerstag informiert worden, teilte der Veranstalter der "Deutschland-Tour" mit.

Dabei sei es eine bewusste Entscheidung gewesen, die Strecke an der Gedenkstätte vorbeizuführen und aktiv zu erinnern. "'Hingucken statt Weggucken' war unser Ansinnen - gerade an diesem wichtigen Ort und gerade bei weltweiter TV-Präsenz und jungen Athleten mit diversen persönlichen Hintergründen, die die Deutschland Tour zusammenbringt", hieß es am Donnerstag.

Der Veranstalter bedauerte, einen Konflikt ausgelöst zu haben, der zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt worden sei. "Das bedauern wir sehr. Wir bedauern auch, dass wir das Gespräch mit der Gedenkstätte Buchenwald nicht noch früher gesucht haben", hieß es. Man stehe zudem zu der Zusage, die historischen Hintergründe, die die Gedenkstätte erstellt, auch mit geänderter Strecke weiterhin aktiv zu unterstützen und zu verbreiten.

Die zweite Etappe des Radrennens vom 26. bis 29. August sollte ursprünglich durch den Bereich des früheren KZ Buchenwald führen, das ab 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet wurde. Bis zur Befreiung 1945 waren dort und in 139 Außenlagern insgesamt knapp 280.000 Menschen inhaftiert. Mehr als 56.000 Häftlinge wurden ermordet oder starben auf andere Weise.

Der thüringische Innenminister Georg Maier (SPD) hatte am Mittwoch auf Twitter erklärt, die dortige "Blutstraße" sei kein Ort für eine Sportveranstaltung. Auch der Zentralrat der Juden und die Gedenkstätte hatten die Verantwortlichen scharf kritisiert.