Psychologe warnt vor posttraumatischen Störungen nach Flutkatastrophe

Psychologe warnt vor posttraumatischen Störungen nach Flutkatastrophe

Der Notfallpsychologe Wolfgang Heiler warnt vor psychischen Folgen der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der massive Kontrollverlust führe zu Hilflosigkeit und Ohnmacht, sagte der leitende Notfallpsychologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag in Marsberg. "Als Folge davon können bei vielen Betroffenen in den ersten Tagen und Wochen nach der Flutkatastrophe körperliche und psychische Belastungsreaktionen auftreten."

Zu den möglichen Symptomen gehörten Herzrasen, Unruhezustände, Gereiztheit oder erhöhte Ängstlichkeit, erläuterte der leitende Psychologe der LWL-Institutsambulanz Marsberg. Wiederkehrende Bilder des Erlebten könnten ebenso vorkommen wie innere Leere oder sozialer Rückzug. Solche Symptome würden "häufig als verunsichernd und irritierend wahrgenommen". Dabei seien sie normale und nachvollziehbare Reaktionen. In solchen Fällen helfe die professionelle Unterstützung durch Notfallseelsorgerinnen oder Notfallpsychotherapeuten, erklärte er.

Bei 20 bis 30 Prozent der Menschen, die eine Naturkatastrophe erlebt hätten, gebe es ein erhöhtes Risiko für eine sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung, sagte der Psychologe. Derzeit seien die meisten Betroffenen noch damit beschäftigt aufzuräumen, sich einen Überblick über die Verluste zu verschaffen und Hilfen zu beantragen. Spätestens wenn diese Arbeiten an Dringlichkeit verlieren, "werden die psychischen Auswirkungen des Erlebten spürbar".