Dutzende Hilfsorganisationen fordern Abschaffung der Anker-Zentren

Dutzende Hilfsorganisationen fordern Abschaffung der Anker-Zentren

Hilfs- und Flüchtlingsorganisationen fordern die Abschaffung der sogenannten Anker-Zentren und ähnlicher Einrichtungen. In einem gemeinsamen Aufruf bezeichnen Diakonie, Caritas, Paritätischer Gesamtverband, Arbeiterwohlfahrt, Pro Asyl und rund 60 weitere Organisationen das Konzept als gescheitert, wie die Caritas am Donnerstag mitteilte. Die Erstaufnahme von Schutzsuchenden müsse das Ankommen in den Mittelpunkt stellen und die Menschen bestmöglich auf das Asylverfahren und den Aufenthalt in Deutschland vorbereiten, "und nicht sie irgendwo parken".

Die Anker-Zentren sind 2018 eingerichtet worden, um Asylverfahren an einem Ort schneller abwickeln zu können. Ein vor wenigen Monaten veröffentlichter Evaluationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zeigte aber, dass die Anträge dort nur unwesentlich schneller bearbeitet wurden. Anker steht für Ankunft, Entscheidung und Rückführung.

In dem Aufruf heißt es weiter, dass die Bedingungen in diesen Zentren "regelmäßig die Würde und Rechte der dort untergebrachten Menschen" verletzten. Denn sie hätten kaum Möglichkeiten für ein selbst bestimmtes Leben - etwa dadurch, dass es dort Sachleistungen und kein Bargeld gebe.

Die Unterzeichner fordern, die Unterbringung in einer Erstaufnahmeeinrichtung auf wenige Wochen, maximal drei Monate zu begrenzen. Aktuell müssten Familien bis zu sechs Monate und Erwachsene ohne Kinder teilweise Jahre in diesen Zentren ausharren. Der neue Bundestag müsse die gesetzlichen Voraussetzungen für eine neue Struktur schaffen.