Nach Fußballkrawallen: 800 Polizisten durchsuchen Wohnungen

Nach Fußballkrawallen: 800 Polizisten durchsuchen Wohnungen

Mehr als zwei Monate nach den Ausschreitungen am Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion hat die Polizei am Donnerstag 56 Wohnungen in Sachsen und Brandenburg durchsucht. An den Durchsuchungen waren den Angaben zufolge 800 Polizeibeamte beteiligt, um Beweismittel sicherzustellen, darunter Mobiltelefone und Pyrotechnik. Ermittelt werde gegen 70 Beschuldigte, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag in Dresden mit. Ihnen werde unter anderem Landfriedensbruch im besonders schweren Fall vorgeworfen.

Vier Tatverdächtige im Alter von 20 bis 31 Jahren seien festgenommen worden. Sie sollten noch am Donnerstag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Dresden vorgeführt werden. Den bereits einschlägig in Erscheinung getretenen Männern werde vorgeworfen, bei den Ausschreitungen am 16. Mai in Dresden eine aktive Rolle eingenommen und Glasflaschen oder andere Gegenstände gegen Polizeibeamte geworfen zu haben, hieß es.

Die schweren Fußballkrawalle hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Noch während des Aufstiegsspiels von Dynamo Dresden in die zweite Liga, das coronabedingt ohne Zuschauer stattfand, versammelten sich etwa 500 gewaltbereite Fans, griffen Polizisten massiv mit Pyrotechnik an, warfen Flaschen und Steine auf Beamte. Es gab zahlreiche Verletzte, auch unter den Einsatzkräften. Ein erster Randalierer war am Mittwoch in Dresden in einem beschleunigten Verfahren zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.