"Ärzte ohne Grenzen" setzt Arbeit in libyschen Flüchtlingszentren aus

"Ärzte ohne Grenzen" setzt Arbeit in libyschen Flüchtlingszentren aus

Mit Verweis auf anhaltende Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge und Migranten setzt "Ärzte ohne Grenzen" die Arbeit in zwei libyschen Internierungszentren vorerst aus. Das sei keine leichte Entscheidung, erklärte die Organisation in Tripolis. Das Muster der Gewalt gegen Flüchtlinge und das Sicherheitsrisiko für die eigenen Mitarbeiter hätten jedoch ein Ausmaß angenommen, das nicht länger hinnehmbar sei.

"Dies bedeutet, dass wir nicht präsent sind in Internierungszentren, bei denen wir wissen, dass täglich Menschen leiden", erklärte die Leiterin des Libyen-Einsatzes Beatrice Lau in der am Dienstagabend verbreiteten Mitteilung. Bis sich die Bedingungen nicht verbesserten, könne "Ärzte ohne Grenzen" in den Zentren Mabani und Abu Salim in der Hauptstadt Tripolis aber keine humanitäre und medizinische Unterstützung bieten.

Mehrere der libyschen Lager stehen seit langem in der Kritik - wegen katastrophaler Bedingungen und wegen Menschenrechtsverletzungen. Auch die meisten der von der libyschen Küstenwache im Mittelmeer abgefangenen Flüchtlinge und Migranten werden dort festgesetzt. Menschenrechtler prangern einen Kreislauf aus Flucht und Gewalt an und werfen der Europäischen Union vor, durch Unterstützung der Küstenwache daran Mitschuld zu tragen.