Wehrbeauftragte erwartet mehr rechtsextreme Vorfälle in der Truppe

Wehrbeauftragte erwartet mehr rechtsextreme Vorfälle in der Truppe

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, erwartet, dass es auch in diesem Jahr mehr rechtsextreme Verdachtsfälle in der Bundeswehr geben wird. "Ich rechne damit, dass die Zahl rechtsextremistischer Verdachtsfälle weiter steigt", sagte die SPD-Politikerin der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag).

Der Grund ist nach Angaben Högls eine größere Sensibilität für das Thema in der Truppe. Vieles werde heute gemeldet, was früher verschwiegen worden sei. Tätowierungen, Hakenkreuzschmierereien oder inakzeptable Äußerungen würden inzwischen sehr genau beobachtet. "Ich spüre eine breite Verantwortung bei Vorgesetzten und im Kameradenkreis, das nicht zu dulden", erklärte sie.

Im vergangenen Jahr war der Militärische Abschirmdienst 843 rechtsextremen Verdachtsfällen in der Truppe nachgegangen. Die Zahl der rechtsextremen Verdachtsfälle stieg damit gegenüber 2019 (592 Fälle) deutlich an.