Oppositionsführerin aus Belarus in Berliner Gethsemanekirche

Oppositionsführerin aus Belarus in Berliner Gethsemanekirche

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat am Samstagabend in der Berliner Gethsemanekirche an einem politischen Gebet teilgenommen. Gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Tatjana Chomitsch und dem evangelischen Landesbischof Christian Stäblein forderte die ehemalige Präsidentschaftskandidatin dabei die Freilassung inhaftierter Oppositioneller in ihrem Heimatland.

Tichanowskaja hatte bei einem Arbeitsbesuch in Berlin zuvor Vertreter aus Politik und Kultur getroffen. Sie lebt im Exil in Litauen. Chomitsch sprach in Deutschland für ihre inhaftierte Schwester Maria Kolesnikowa.

In einem Grußwort appellierte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Stäblein, an die belarussischen Behörden, die Oppositionelle Maria Kolesnikowa, den Journalisten Roman Protassewitsch und die rund 500 weiteren Inhaftierten in Belarus freizulassen. Zudem sprach er sich für "politische Maßnahmen und politisches Handeln Europas und der Weltgemeinschaft" für das Recht der Demokratie in Belarus aus.

Unter dem Motto "Wachet und betet" versammelten sich Menschen der Friedens- und Umweltbewegung der DDR in den 1990er Jahre in der Berliner Gethsemanekirche. Seit 2017 wurden unter diesem Motto wieder Andachten in der Kirche im Stadtteil Prenzlauer Berg zum Gedenken an politisch Verfolgte und Bedrängte in der Türkei aufgenommen. Seit Ende August 2020 stehen die Andachten in der Gethsemanekirche einmal pro Woche im Zeichen der Krise in Belarus.