Studie: Corona-Krise schädigt Rentenansprüche moderat

Studie: Corona-Krise schädigt Rentenansprüche moderat
Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit nimmt laut Wissenschaftlern zu

Ältere Beschäftigte müssen durch den coronabedingten Wirtschaftseinbruch offenbar nur relativ geringe Auswirkungen auf die Höhe ihrer gesetzlichen Rente befürchten. Auch bei Kurzarbeit oder kürzerer Arbeitslosigkeit seien für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter von 50 plus die zu erwartenden Renteneinbußen zunächst moderat, weil ein großer Teil der Beiträge von der Arbeitsagentur übernommen werde, teilte die gewerkschaftsnahe Böckler-Stiftung am Montag in Düsseldorf mit. Die Stiftung förderte nach eigenen Angaben eine Untersuchung dazu am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Allerdings gerate - im Gegensatz zu älteren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - die Altersversorgung von Selbstständigen oder Langzeitarbeitslosen, die in den Hartz-IV-Bezug rutschen, in Gefahr, so der Befund von Arbeitsmarktforscher Johannes Geyer vom DIW Berlin. Sollte die Krise längerfristig auf den Arbeitsmarkt durchschlagen, wären die Konsequenzen für die Rentenansprüche dieser Betroffenengruppen deutlich gravierender.

Die Gruppe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 50 und 64 müsse, verglichen mit einem Szenario ohne Coronakrise, einen "leichten Rückgang von etwa einem Prozent der Rentenanwartschaften" hinnehmen, hieß es. Diese "günstige Entwicklung" erklärt sich vor allem daraus, dass ein großer Teil der Beschäftigungseffekte durch den Einsatz von Kurzarbeit aufgefangen wurde, erläuterte Geyer. Zwar nehme die Langzeitarbeitslosigkeit zu, "aber nicht in einem Maße, dass davon breite Gruppen der Beschäftigten bedroht wären".

Für Kurzarbeiter und für Bezieher von Arbeitslosengeld I würden Rentenbeiträge weitergezahlt, und zwar auf der Basis von 80 Prozent des letzten Bruttolohns.

Die Simulationsrechnung des Forschers stützt sich den Angaben nach auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels, der größten jährlich wiederholten Haushaltsbefragung in Deutschland. Demnach kommen die 50- bis 64-Jährigen bis zu ihrem Renteneintritt im Schnitt auf 38,22 Entgeltpunkte, würden ohne Coronakrise aber 38,62 erreichen.