510 homo- und transphobe Übergriffe und Gewalttaten in Berlin

510 homo- und transphobe Übergriffe und Gewalttaten in Berlin

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat im vergangenen Jahr in Berlin 510 Fälle homophober und transphober Gewalt registriert. Das waren 49 Fälle weniger als im Vorjahr. 72 Prozent der Fälle (367) richteten sich demnach gegen schwule und bisexuelle Männer. Die Fallzahlen lägen damit weiter auf einem hohen Niveau, erklärte Maneo-Leiter Bastian Finke am Mittwoch in Berlin. LSBTQ-feindliche Gewalt habe auch in Zeiten von Corona keine Pause eingelegt.

Insgesamt bekam Maneo im vergangenen Jahr 928 Hinweise auf entsprechende Gewalttaten, von denen 510 sicher verifiziert werden konnten. Das Dunkelfeld sei weiterhin sehr hoch und liege bei geschätzt 80 bis 90 Prozent, hieß es.

198 Fälle trugen sich auf offener Straße zu, 84 weniger als Vorjahr. Mehr als ein Drittel davon (36 Prozent) waren Körperverletzungen. Die meisten Übergriffe ereigneten sich in Schöneberg, Neukölln, Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain.

Die Zahl der Übergriffe im Netz hat sich laut Report mit 106 Fällen mehr als verdoppelt. Zumeist handelte es sich um Beleidigungen, Nötigungen und Bedrohungen. Einen Anstieg gab es auch bei Übergriffen im sozialen Nahbereich mit 81 Fällen (2019: 67). In jedem zweiten Fall ging es hier um Beleidigungen, 14 Prozent waren Körperverletzungen.

Der aktuelle Maneo-Report wurde anlässlich des bevorstehenden Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai veröffentlicht.

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