Hilfswerk: Jedes fünfte Mädchen unter 18 Jahren zwangsverheiratet

Hilfswerk: Jedes fünfte Mädchen unter 18 Jahren zwangsverheiratet

Jedes fünfte Mädchen auf der Welt wird nach Angaben des Kinderhilfswerks terre des hommes vor dem 18. Geburtstag verheiratet. In Afrika und Südasien seien Kinderehen am stärksten verbreitet, hier sei jedes dritte Mädchen betroffen, erklärte terre des hommes am Freitag in Osnabrück anlässlich des Weltfrauentages (8. März).

Infolge der Corona-Pandemie nehme die Zahl der Kinderehen noch zu. Viele Eltern, die zurzeit keine Arbeit und keine Einkünfte hätten, verheiraten ihre Töchter in der Hoffnung, dass sich der meist deutlich ältere Ehemann um sie kümmere. "Wir beobachten, dass während der Schulschließungen in Indien und Simbabwe mehr Mädchen verheiratet wurden", sagte terre des hommes-Vorstandssprecherin Birte Kötter.

In Teilen Afghanistans werde über die Hälfte aller Mädchen vor deren 14. Geburtstag verheiratet. Eltern glaubten, ihre Töchter auf diese Weise vor Armut und Gewalt zu schützen. Dabei seien Kinderehen für Mädchen lebensgefährlich. Sie seien oft massiven Gewaltanwendungen ausgesetzt.

"Die häufigste Todesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren ist der Tod bei der Geburt eines Kindes", sagte Kötter. Hinzu komme, dass Mädchen, die bei der Geburt selbst noch Kinder seien, ihrer Zukunftschancen beraubt würden: "Mädchen, die so früh verheiratet werden, haben kaum eine Chance, selbstbestimmt zu leben. Sie müssen die Schule abbrechen und unterstehen dem Ehemann oder der Familie ihres Mannes." Terre des hommes setze sich dafür ein, dass das Alter für Ehemündigkeit weltweit auf 18 Jahre heraufgesetzt werde.

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