Schwan: Politik muss Verbesserungen für sexuelle Minderheit erreichen

Schwan: Politik muss Verbesserungen für sexuelle Minderheit erreichen

Die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, hat die politischen Parteien aufgefordert, sich mit den Forderungen queerer und benachteiligter Randgruppen auseinanderzusetzen und für Chancengleichheit zu sorgen. In einer Gesellschaft, die zunehmend bunt und ungleich sei, seien bei Lesben, Schwulen und nichtbinäre Menschen viel Verletztheit und viel Aggressivität entstanden, sagte Schwan am Freitag in einem Interview des Deutschlandfunks. Für sie müssten Verbesserungen im Hinblick auf materielle, soziale und kulturelle Chancen erreicht werden. Das sei nicht nur ein Thema der SPD, sondern müsse breit debattiert werden.

Schwan setzte sich zugleich für pragmatische Lösungen ein. "Wir müssen auf dem Teppich bleiben", sagte sie und nannte als Beispiel Versuche, eine gendersenible Sprache durchzusetzen. Die Diagnose, dass Sprache Frauen diskriminiere, sei richtig und zu überwinden, doch das heiße noch nicht, dass man eine "Durchsystematisierung" von allem brauche, sagte die Politik-Professorin. Es gebe eben auch unter Frauen Streit über das Gendern. Die Haltungen dazu seien vielfältig, das sei Realität.

Der SPD-Politikerin war zuvor in sozialen Netzwerken und in einer SPD-Talkrunde von Vertretern der LGBTI-Bewegung scharf angegriffen worden. Sie warfen ihr einen Mangel an Rücksichtnahme und Respekt vor. Zuvor hatte sich Schwan in einem Beitrag in der "Süddeutschen Zeitung" auf die Seite ihres Parteifreundes Wolfgang Thierse gestellt, der wiederum mit einem Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auch linke Identitätspolitik und Gender-Sprache kritisiert hatte. Der frühere Bundestagspräsident Thierse löste damit einen Shitstorm im Netz sowie einen heftigen parteiinternen Streit aus. Mit der aus dem Englischen übernommenen Abkürzung LGBTI bezeichnen sich Zusammenschlüsse von Lesben, Schwulen, bi- oder intersexuellen Menschen sowie Transgenderpersonen.

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