Bätzing: "Das Leid werden wir nicht rückgängig machen können"

Bätzing: "Das Leid werden wir nicht rückgängig machen können"

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat die Bereitschaft der katholischen Bischöfe zur Aufklärung des Missbrauchsskandals betont. "Die Bischöfe stehen zu ihrer Zusage, vorbehaltlose Aufarbeitung und Aufklärung der Verbrechen des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Raum zu leisten", sagte Bätzing am Ende der diesjährigen Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am Donnerstag in Bonn. Die Vollversammlung hatte wegen der Corona-Pandemie seit Dienstag rein digital getagt. Die Bischöfe nähmen die Selbstverpflichtungen sehr ernst, die sie nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie 2018 eingegangen seien.

Bätzing sagte, er wolle dem Bild entgegenwirken, dass sich seit Jahren bei der Aufarbeitung nichts tue. Tatsächlich sei schon viel Gutes geschehen, betonte er. Doch das Thema sei in keiner Weise abgeschlossen und das werde es mit Blick auf die Prävention auch niemals sein. "Das Leid, das das Leben der Betroffenen prägt, werden wir nicht rückgängig machen können", sagte der Limburger Bischof.

Bätzing verwies auf weitere geplante Schritte. So solle etwa im laufenden Jahr die Personalaktenführung der Kleriker mit Hilfe einer neuen Rahmenordnung für die gesamte Bischofskonferenz standardisiert werden. Damit greife man eine Empfehlung der sogenannten MHG-Studie aus dem Jahr 2018 auf. Dabei werde man eine einheitliche und lückenlose Form der Dokumentation von Hinweisen auf sexuellen Missbrauch umsetzen, hieß es. Auch eine innerkirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit soll eingeführt werden.

Der Bischof kritisierte, dass sich die öffentliche Wahrnehmung gerade stark auf das Erzbistum Köln fokussiere. Bätzing betonte, alle Bischöfe trügen Verantwortung für die Lage und alle müssten sich auch der Kritik stellen. Er räumte ein, dass die hohe Zahl von Kirchenaustritten mit dem Missbrauchsskandal zusammenhingen. Es gebe Kirchenaustritte als Reaktion auf das "skandalöse Bild", das die Kirche derzeit abgebe. "Jeder Kirchenaustritt tut weh", sagte Bätzing. Die 69 katholischen Bischöfe hatten sich bei ihrer virtuellen Versammlung schwerpunktmäßig mit dem Thema beschäftigt.

Meldungen

Top Meldung
Sterbebegleitung im Hospiz
Die Sorge um schwer kranke und sterbende Menschen steht im Mittelpunkt der diesjährigen "Woche für das Leben". Die von katholischer und evangelischer Kirche gemeinsam organisierte bundesweite ökumenische Aktionswoche wird am Samstag mit einem Gottesdienst in Augsburg eröffnet.