Briefmarke "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland" vorgestellt

Briefmarke "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland" vorgestellt

Die neue Sonderbriefmarke "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" ist am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag vorgestellt worden. "Sie soll auf das Jubiläum hinweisen und gegenwärtiges jüdisches Leben in Deutschland für die Menschen sichtbar machen", sagte Landtagspräsident André Kuper (CDU) bei einer Online-Veranstaltung zur Präsentation des neuen Postwertzeichens. Anlass für die Herausgabe der Marke ist das jüdische Festjahr, das in Deutschland gefeiert wird. 2021 jährt sich der erste offizielle Nachweis jüdischen Lebens in Deutschland zum 1700. Mal.

"Das Festjahr soll uns zeigen: Jüdisches Leben in Deutschland ist bunt und vielfältig und es ist Teil unseres Alltags", betonte Kuper. Die Präsentation der Sonderbriefmarke biete dazu einen guten Auftakt.

Die Marke im Wert von 80 Cent zeigt den blauen Schriftzug "Chai - Auf Das Leben!", der in hebräischen Schriftzeichen gelb hinterlegt ist. Das hebräische Wort "chai" - das "ch" gesprochen wie in "lachend"- bedeute "lebendig", hieß es. Auch im jüdischen Alltag in Deutschland werde das Wort häufig verwendet. "LeChaim", "Auf das Leben" heiße auch ein klassischer Trinkspruch, der Lebensfreude ausdrückt. Entworfen hat das Postwertzeichen und den Ersttagsstempel der Kölner Designer Detlef Behr.

Das Postwertzeichen wird vom Bundesfinanzministerium herausgegeben. Die Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn (SPD) erinnerte daran, dass die jüdische Gemeinschaft in Deutschland von 15.000 Mitgliedern in den 50er Jahren auf heute 225.000 angewachsen sei. Dass nach den Gräueln des Holocaust heute wieder Jüdinnen und Juden in Deutschland lebten, mache das Land lebenswerter und weltoffener. "Das ist ein Grund zu großer Freude, die wir mit dieser Marke ausdrücken wollen."

Das Jubiläumsjahr erinnert an eine am 11. Dezember 321 vom römischen Kaiser Konstantin ausgestellte Urkunde an die Stadt Köln. Sie erlaubte erstmals die Berufung von Juden in öffentliche Ämter auf deutschem Gebiet und gilt als frühester Beleg dafür, dass Juden bereits seit der Spätantike ein wichtiger Bestandteil der mitteleuropäischen Kultur waren. Das Festjahr wird bundesweit mit mehr als 1.000 Veranstaltungen gefeiert, darunter Ausstellungen, Konzerte oder Theateraufführungen. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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