Weltkirchenrat: Holocaust darf sich nicht wiederholen

Weltkirchenrat: Holocaust darf sich nicht wiederholen

Der Weltkirchenrat hat den Holocaust als eine immer noch "stets präsente und allgegenwärtige Bedrohung" bezeichnet. "Wenn wir heute der Opfer des Holocaust gedenken, sind wir aufgerufen, uns mit unseren Worten und Taten dafür einzusetzen, dass er sich nicht wiederholt", erklärte der Interimsgeneralsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Ioan Sauca, am Mittwoch in Genf anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags.

Der Weg von der Angst und dem Hass gegen andere über die Aberkennung der Menschenwürde und der grundlegenden Menschenrechte habe damals schließlich zum Völkermord geführt, fügte Sauca hinzu. Für Menschen jüdischen Glaubens, für das armenische Volk, für das ruandische Volk und andere, die einen Genozid erlebt haben, sei er "eine permanente und unauslöschliche Realität".

Seit einigen Jahren werde die Verteufelung von anderen Menschen im politischen und öffentlichen Diskurs zunehmend zugelassen, warnte Sauca: "Wir mussten ein Wiederaufleben von verschiedenen Ausdrucksformen von Antisemitismus und Feindseligkeit gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen wahrnehmen."

Dem 1948 gegründeten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) gehören 350 Mitgliedskirchen an, die zusammen mehr als 500 Millionen Christen aus protestantischen, orthodoxen, anglikanischen und anderen Traditionen in mehr als 140 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche.

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