Stadt Frankfurt plant Gedenktafel für ermordete Schoah-Überlebende

Stadt Frankfurt plant Gedenktafel für ermordete Schoah-Überlebende

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann und die Kulturdezernentin Ina Hartwig (beide SPD) unterstützen die Initiative zur Errichtung einer Gedenktafel für Blanka Zmigrod. Die damals 68-jährige Schoah-Überlebende war am 23. Februar 1992 im Frankfurter Westend von einem schwedischen Rechtsterroristen erschossen worden. Zmigrod war nach ihrer Befreiung aus der Lagerhaft zunächst nach Israel ausgewandert und 1960 wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

"Es ist bestürzend, dass mit Blanka Zmigrod eine Holocaustüberlebende ermordet wurde, die sich trotz ihrer grauenhaften Erlebnisse in den Konzentrationslagern für ein Leben in Deutschland und Frankfurt entschieden hatte", sagte Feldmann. Die Tat wirke aus heutiger Sicht wie ein Fanal für die Morde von Halle und Hanau. "Als Stadt Frankfurt müssen wir uns dem entschieden entgegenstellen und die Erinnerung im Stadtraum verankern, statt sie zu verdrängen."

Hartwig beklagte, dass die von Rechts ausgehende Gefahr jahrzehntelang unterschätzt worden sei. Das dürfe sich nicht fortsetzen. "Die Opfer von Rechtsterrorismus, rassistischem Hass und antisemitischer Gewalt müssen als solche anerkannt und Teil unserer Erinnerungskultur werden - das ist eine Grundvoraussetzung, wollen wir diese Gefahr als Gesellschaft entschieden bekämpfen", betonte die Kulturdezernentin

Die Initiative für eine Gedenktafel wurde in Form einer Petition von dem jungen Frankfurter Ruben Gerczikow gestartet. Gerczikow ist unter anderem Vorstandsmitglied der Jüdischen Studierendenunion Deutschland.

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